Wildblumenrasen
Tiere – Spinnentiere, Schnecken, Minis

Tiere – Spinnentiere, Schnecken, Minis

Bildunterschriften: Lateinischer Name / Deutscher Name / Vorkommen / Kategorie Rote-Liste-Zentrum

Spinnentiere

Dicranopalpus ramosus / Weberknecht, Streckfuß / gebietsweise recht häufig / nicht bewertet
Die Beine werden bis zu 5 cm lang, sind geringelt und werden in der Ruheposition seitlich weggestreckt. Der Streckfuß lebt überwiegend auf Bäumen und Gebüschen, findet sich darüber hinaus aber auch in der Krautschicht. Er lebt häufig in Siedlungen und Gärten, ruht gerne an Mauern und verirrt sich manchmal auch in Gebäude. Die Art breitet sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts zunehmend nach Nordosten aus. Es wird angenommen, dass sich die Art nicht aktiv ausbreitet, sondern durch Verkehr und den Handel mit Pflanzen in neue Gebiete eingeschleppt wird.1
Dieser Weberknecht hat auf einer Seite nur 2 Beine. Weberknechte können bei Gefahr ein Bein abwerfen. Das zuckende Bein lenkt den Fressfeind ab, während der Weberknecht flieht. Das verlohrene Bein wächst jedoch nicht nach

Misumena vatia / Veränderliche Krabbenspinne / in Norddeutschland seltener als im Süden / ungefährdet
Ihren Namen bekam die Krabbenspinne, weil ihre beiden Vorderbeinpaare sehr kräftig und lang sind, wodurch sie eher einer Krabbe ähnelt als einer Spinne. Die Weibchen können ihre Körperfarbe aktiv wechseln – eine perfekte Möglichkeit zur Tarnung. Die bis zu elf Millimeter großen Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne halten sich gerne auf Blüten auf, wo sie auf anfliegende Insekten lauern. Vor allem auf gelben und weißen Blüten sind sie hervorragend getarnt und – wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge – für Feinde und potenzielle Opfer „unsichtbar“. Tanzfliegen, Hummeln, Bienen, selbst Hornissen und große Schmetterlinge sind ihr als Opfer nicht zu groß. Mit den kleinen hinteren Beinpaaren hält sie sich fest. Mit den beiden kräftigen, langen vorderen Beinpaaren packt sie ihre Beute blitzschnell, injiziert ihr Gift und saugt sie aus. Um selber nicht etwa von einer Hummel gestochen zu werden, hält sie ihre Beute weit vom Körper entfernt. Oft verbringt ein Tier die meiste Zeit seines Lebens auf einer einzigen Pflanze.2

Nephrotoma spec. / Krähenschnaken / verbreitet
Die Arten Nephrotoma sind an der glänzenden gelb-schwarzen Körperfärbung zu erkennen. Die seitlichen Schwingkölbchen bestehen aus einem Stiel und einem löffelähnlichen, verdickten Ende; sie enthalten Sensoren, die Flugdaten ermitteln und somit zur Steuerung dienen. Sie schwingen mit den Vorderflügeln.3
Hier bei der Paarung an der Hauswand.

Schnecken

Arion vulgaris / Spanische Wegschnecke / invasive Art, weit verbreitet
Die Spanische Wegschnecke erreicht im ausgewachsenen, geschlechtsreifen Zustand eine Körperlänge von etwa 7 bis maximal 12 bis 15 Zentimetern. Die Art gilt als wirtschaftlich bedeutsamer Schädling in der Landwirtschaft und wird auch in Haus- und Nutzgärten schädlich. Die Farbe der Individuen ist hoch variabel, es kommen hellbraune, orange, dunkelbraune bis fast schwarze, rötlich gefärbte und hellgelbe Individuen vor, sie ist anhand der Färbung nicht von den anderen, je nach Auffassung ca. 50 anderen Arten der Gattung Arion unterscheidbar. Wegen der starken Absonderung eines bitteren Schleims wird die Spanische Wegschnecke von Igeln und Kröten meist verschmäht. Der Tigerschnegel, auch Tigerschnecke genannt, frisst die Spanischen Wegschnecken sowie deren Gelege.4
Hier im Schnellkomposter.

Cepaea hortensis / Garten-Bänderschnecke, Weißmündige Bänderschnecke, Garten-Schnirkelschnecke / weit verbreitet / ungefährdet
Die Garten-Bänderschnecke gehört hinsichtlich ihrer Färbung zu den variabelsten Schnecken überhaupt. Sie ist von März bis Oktober aktiv und ernährt sich nicht von krautigen Pflanzen, sondern vorwiegend von Algen, weshalb sie in Gärten nicht als Schädling auftritt. In den Wintermonaten zieht sie sich in ihr Gehäuse zurück und verschließt die Öffnung. Sie verbringen diese Zeit in der Kältestarre häufig direkt auf dem Erdboden unter Laub und Gras.5
Sehr junge Schnecke im Schnellkomposter.

Limax maximus / Tigerschnegel / eher selten / ungefährdet
Der Tigerschnegel erreicht ausgestreckt eine Länge bis 13 cm, manche Autoren geben sogar eine Maximallänge bis 20 cm an. Der Tigerschnegel ist wie alle Schnegel ein Zwitter; jedes Tier verfügt somit jeweils über einen männlichen und weiblichen Genitaltrakt. Die Tiere sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber, können aber – vor allem nach Regen – auch tagsüber gesichtet werden. Weil Schnegel, unabhängig von ihrer Größe, die Eier anderer Schnecken und deren Nachkommen fressen, werden sie vor allem in Gemüsegärten als Nützlinge und nicht als Schädlinge angesehen. Der Tigerschnegel kann dabei Exemplare überwältigen, die ebenso groß sind wie er selbst.6

Balea biplicata / Gemeine Schließmundschnecke / häufig / ungefährdet
Die Gemeine Schließmundschnecke lebt bevorzugt an schattigen, eher feuchten Standorten in Wäldern in der Laubschicht und im Totholz, in Beständen von krautigen Pflanzen (z. B. in Brennnesselbeständen) oder zwischen Felsen, alten Mauern und auch in der Krautschicht an Fließgewässern. Sie lebt am Boden, seltener steigt sie auch an Bäumen empor. Die Tiere ernähren sich von welken oder faulenden Pflanzenteilen. Frische Pflanzenteile werden weniger gerne gefressen. Außerdem werden Algen- und Bakterienrasen abgeweidet sowie Pilze angefressen.7

unerwarteter Mikrokosmos im Schnellkomposter

Cheiridium museorum / Pseudoskorpion / verbreitet / Gefährdung unbekannten Ausmaßes
Mit einer Körperlänge von 1,1 mm handelt es sich um den kleinsten heimischen Pseudoskorpion. Gewöhnlich leben sie aber in engen Spalten, wo sie sich räuberisch von noch kleineren Tieren wie Staubläusen und vor allem Milben ernähren. Sie töten die Beute mit Gift, dessen Ausführgänge in den Scherenhänden münden.8
Der bekannteste Pseudoskorpion stellt der Bücherskorpion dar, der Hausstaubmilben sowie Staub- und Bücherläuse jagt.

Dicyrtomina ornata / Bunter Kugelspringer / verbreitet
Die Springschwänze sind etwa 1,8 mm lang. Sie sind gelb, orange und dunkel-violett gefärbt und weisen insbesondere am Hinterleibsende abstehende helle Härchen auf. Die Tiere besitzen wie alle Springschwänze eine Art Sprunggabel unterhalb ihres Hinterleibsendes. Mit dieser sind sie in der Lage, bei Gefahr weite Sprünge zu vollführen.9

Myriapoda / Tausendfüßer / verbreitet
Tausendfüßer besitzen einen Körper, der in zwei Abschnitte gegliedert ist: Auf eine Kopfkapsel, die aus mehreren miteinander verschmolzenen Segmenten besteht, folgt ein in sich gleichartig (homonom) gegliederter Rumpf mit mindestens vier beintragenden Segmenten. Die hohe Anzahl an Beinen hilft, genug Kraft aufzubringen, um sich durch das Bodenmaterial zu graben. Weltweit sind über 16.000 Arten der Tausendfüßer beschrieben worden, es wird jedoch davon ausgegangen, dass ein Vielfaches der Arten existiert.10

Lithobius forficatus / Gemeiner Steinläufer, Hundertfüßer / verbreitet / ungefährdet
Die nachtaktiven Tiere ernähren sich räuberisch von Insekten, Spinnen und anderen Gliederfüßern. Nach Berührung mit den Fühlern packen sie ihre Beute mit unter dem Kopf befindlichen Kieferfüßen und injizieren mit diesen ein schnell wirksames Gift. Der Gemeine Steinläufer hat eine Lebenserwartung von bis zu fünf oder sechs Jahren.11

Oniscus asellus / Mauerassel / verbreitet, etwas seltener als die Kellerassel / ungefährdet
Fressen abgestorbene Pflanzen, vermoderndes Holz und Tierkadaver. Sie sind Nützlinge im Ökosystem, da sie als „Aufräumtrupp“ dienen.

Pogonognathellus flavescens / Springschwanz / verbreitet
Springschwänze leben am Boden, in der Laubstreu und im Porengefüge des Bodens bis in etwa 20 Zentimeter Tiefe, aber auch an Baumrinde, in Totholz, auf der Wasseroberfläche, an Meeresküsten, auf Gletschern und in Nestern von Ameisen und Termiten. Sie bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit. Springschwänze gelten als die häufigsten Sechsfüßer, in einem Quadratmeter Waldboden der gemäßigten Breiten leben in den obersten 30 Zentimetern zwischen 10.000 bis über 100.000 Individuen. 12

Psychoda sp. / Schmetterlingsmücke / verbreitet
Der Körper und die Flügel der Schmetterlingsmücken sind meistens stark behaart. Sehr kleine Mücke von 1-2 mm.

Quellenverzeichnis

https://www.rote-liste-zentrum.de/de/Artensuchmaschine.html
Der Kosmos Insektenführer, Kosmos – Naturführer, Heiko Bellmann, 2018, ISBN 978-3-440-15528-8

  1. Wikipedia „Streckfuß (Weberknecht)“ (2025, 10.04.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Streckfu%C3%9F_(Weberknecht)&oldid=250188453 ↩︎
  2. Wikipedia „Die Veränderliche Krabbenspinne“ (2025, 07.24.) in https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Krabbenspinne_(54497951797).jpg ↩︎
  3. https://www.naturfotos-naeher-hingeschaut.de „Krähenschnaken“ ↩︎
  4. Wikipedia „Spanische Wegschnecke“ (2025, 09.26.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Spanische_Wegschnecke&oldid=258566413 ↩︎
  5. Wikipedia „Garten-Bänderschnecke“ (2025, 09.26.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Garten-B%C3%A4nderschnecke&oldid=258474240 ↩︎
  6. Wikipedia „Tigerschnegel“ (2025, 09.26.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tigerschnegel&oldid=259874556 ↩︎
  7. Wikipedia „Gemeine Schließmundschnecke“ (2025, 09.26.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gemeine_Schlie%C3%9Fmundschnecke&oldid=247657138 ↩︎
  8. Wikipedia „Pseudoskorpion“ (2025, 08.26.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Pseudoskorpione&oldid=257725596 ↩︎
  9. Wikipedia „Bunter Kugelspringer“ (2025, 09.19.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bunter_Kugelspringer&oldid=255181040 ↩︎
  10. Wikipedia „Tausendfüßer“ (2025, 26.08.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tausendf%C3%BC%C3%9Fer&oldid=258631213 ↩︎
  11. Wikipedia „Gemeine Steinläufer“ (2025, 20.09.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gemeiner_Steinl%C3%A4ufer&oldid=205211732 ↩︎
  12. Wikipedia „Springschwanz“ (2025, 09.20.) in https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Pogonognathellus_flavescens&oldid=224488187 ↩︎